CS_Podcast #21 Was tun gegen Dauerstress im Projekt – Teil 2 (deine persönliche Affektbilanz)

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#21 Was tun gegen Dauerstress im Projekt – Teil 2 (deine persönliche Affektbilanz)

Supercool, du bist auch dabei bei Teil 2 der Doppelfolge zum gesunden Umgang mit Dauerstress im Projekt.

Darin beantworten wir wie angekündigt die Kernfragen:

  1. wie du in stressigen Projekten den Fokus für die Dinge behältst, die dir wichtig sind und
  2. wie du auch künftigen Herausforderungen mit mehr Gelassenheit begegnest.

Ohne Umschweife gehen wir in Teil 2 der Lösung: Die notwendige Veränderung. Teil 1, du erinnerst dich, war die Einsicht. Wenn du Folge #20 verpasst hast. Beginne gerne mit dieser und kehre im Anschluss zu dieser zurück. Sie gehören zusammen und versprühen in der richtigen Reihenfolge einfach mehr Magie.

In meinen Augen ist die Brücke von Schritt 1, der Einsicht zu Schritt 2, der Veränderung, dass du dich öffnest und deine eigenen Erfahrungen und Stressempfindungen teilst. Beispielsweise mit deinem Projektteam oder Vertrauten und Verbündeten. Mit noch viel höherer Wahrscheinlichkeit (höher als wärst du auf dich allein gestellt) gelingt es dir dann nämlich, einen schöpferischen Umgang mit der Stresssituation und Komplexität der Lage zu finden.

Womit wir bei Riemanns vierter Handlungsoption sind. Die Dinge deinen eigenen Wünschen entsprechend zu verändern versuchen. Jetzt gehst du also den Wandel aktiv an und legst den Grundstein für die notwendigen Veränderungen.

Was sich hier als Methode ganz hervorragend eignet, ist die Arbeit mit der persönlichen Affektbilanz. Diese fußt auf dem Züricher Ressourcenmodell und benutze ich sehr gerne in Anlehnung an die Mottoziel-Methode aus dem Buch „Professionell coachen“. Wie du weißt habe ich auch eine Ausbildung zum Business Coach und Akkreditierung zum Systemischen Coach. Ich schenke dir hier die Abkürzung und bitte dich lediglich Zettel und Stift bereit zu legen. Denn am besten machst du hier gleich mit. Dann kannst du das Ergebnis direkt mit in dein Projekt nehmen.

Bevor du mit der eigentlichen Affektbilanz startest, formulierst du zunächst ein Ziel, das du erreichen möchtest. Beispielsweise könnte das so lauten: „Künftig achte ich darauf, den Stress nicht permanent in mir anzustauen, sondern lasse regelmäßig Dampf ab.“ Drück gerne kurz auf Pause und notiere dir dein Ziel für dein Projekt.

Hast du das Ziel formuliert, stellst du dir nun genau 2 Fragen. Das wird die Affektbilanz. Frage Nummer 1: Auf einer Skala von 0 bis 100%, wie viel negative Assoziation löst das Ziel, genau so wie du es hingeschrieben hast bei dir aus? Schau es dir gerne nochmal genau an, Wort für Wort.

Ich bleib mal beim meinem aufgebrachten Beispiel und merke, dass die Wendung „Dampf ablassen“ bei mir ad-hoc negative Bilder auslöst. Weil sich vor meinem inneren Auge Szenen abspielen, wo wir im Team einander anschreien. Das ist eine klare negative Assoziation. Jetzt gilt es also das Ziel, umzuformulieren: „regelmäßig Dampfablassen“ ersetze ich vielleicht amm besten mit „regelmäßig Me-Time machen.“ Das bedeutet: Du planst Zeit nur für dich ein, in der du deine Mañana-Kompetenz trainierst. Keine Ahnung was Mañana-Kompetenz sein soll? Okay, spätestens jetzt solltest du tatsächlich in Teil 1, also Folge #20 hineinhören.

Ich gehen ab hier also davon aus, dass du Folge 20 kennst. Und fahre fort. Mit einem weiteren Beispiel: Ein anderes Ziel, mit mehr Projektbezug, könnte lauten, dass „du darauf hinsteuerst, dass das gesamte Team und der Auftraggeber für den Zeitplan verantwortlich sind, nicht nur du alleine“. Nun könnte auch das negative Assoziationen auslösen: Beispielsweise, wenn das Ziel nicht konkret genug ist und dir nichts darüber sagt, wie du es genau anpacken und umsetzen kannst. Dann erscheint es dir wenig realistisch bis unlösbar.

In diesem Fall könntest du das Ziel ergänzen – beispielsweise mit einer Formulierung wie: „jetzt gilt es, gemeinsam im Team einen Standard für den Zeitplan zu schaffen, mit dem alle arbeiten und auf den alle permanent Zugriff haben.“

Du hast den Sinn der Übung verstanden: Negativassoziationen mit dem Ziel? Es darf keine geben! Gibt es doch welche, formulierst du das Ziel weiter um und verleihst ihm eine affirmative, positive Wendung.

Frage Nummer 2 mit Bezug auf dein Ziel lautet: Auf einer Skala von 0 bis 100%, wie attraktiv ist das Ziel? Attraktiv im Sinne von anziehend. Zeichne dir genere die Skala auf, wenn du es ohnehin noch nicht gemacht hast.

Um beim Projekt-Beispiel zu bleiben. „Es sind alle verantwortlich“ klingt nach Agilität und einem wahrlich autonomen Projektteam – das gefällt dir, das ist zeitgemäß und attraktiv; super.

„Zeitplan“ hingegen, das klingt eher altbacken und kann in deinen Augen ruhig noch eine Portion „New Work“ vertragen. Es braucht also einen coolen Namen und eine ganz konkrete Aussage dahinter. Wieder formulierst du um. Sagen wir: der „Zeitplan“ heißt nun „Masterplan zur Realisierung der festgelegten Etappenziele“.

Du siehst, welchen Twist wir hier machen. Du verleihst deinem Ziel Attraktivität. So gewinnt es an Anziehungskraft und wird dadurch gleichzeitig auch zugänglicher für dich selbst; nun willst du es unbedingt erreichen.

So macht Veränderung Spaß. Nichts hält dich mehr zurück, da alle Negativassoziationen aus der Zielsetzung verschwunden sind. Und auf der Skala von 0 bi 100% der positiven Assoziationen befindest du dich mindestens bei 70%. Fein, so steigt deine Motivation. Wenn du es parallel an einem eigenen Beispiel nachvollzogen hast, spürst du es vielleicht sogar schon. Mit dieser Motivation entsteht innere Sinnstiftung und Klarheit. So wird das Ziel auch zu deinem Ziel. Und damit entsteht Leichtigkeit.

Zusammenfassung
Souveränität aus Teil 1 und Leichtigkeit aus Teil2 dieser Doppelfolge zum Umgang mit Stress, das macht Gelassenheit aus und so stehen auch deine Chancen auf einen gesunden Umgang mit Dauerstress und eine Basis-Resilienz gegenüber unerwarteten Stressspitzen wesentlich günstiger. Was wiederum die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass du deine Projekte erfolgreich durchführen und zum Abschluss bringen kannst.

Wenn alles nichts nützt …
Stellt sich trotz aller Bemühungen partout keine Souveränität, keine Leichtigkeit, keine Gelassenheit ein? Dann spring zurück zu Riemann Handlungsoption Nummer 1; erkennend distanzieren. Dann ist es wohl echt Zeit für eine berufliche Neuausrichtung, eine Neuorientierung, einen Jobwechsel.

Oft tuen wir uns mit dem Schritt jedoch reichlich schwer und laufen Gefahr in die selben Muster zurück zu verfallen. Daher lautet meine Kernbotschaft dieser Folge: Nutze die Affektbilanz, um zu überprüfen, wie du ganz konkret Einfluss auf deine aktuelle Situation nehmen und Motivation finden kannst. Denn kannst du mit den Projektzielen auch deine ganz eigenen Ziele verfolgen und in Einklang bringen, wirst du wachsen und der Erfolg wird sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit einstellen und für dich sprechen.

Und Erfolg im Projekt, in dem du Leichtigkeit und Souveränität versprühst, das wünsche ich dir aus tiefstem Herzen. Dafür produziere ich diesen Podcast und hoffe somit einen Teil zu deinem Erfolg und deiner Brillanz beizutragen.

Lass mich gerne wissen, ob und wie gut das funktioniert. Über Feedback auf diese Doppelfolge hin würde ich mich besonders freuen. Was sind deine Manana Kompetenzen mit denen du deine Batterien wieder auffüllst. Wie ist es dir und deinem Team gelungen attraktive Ziele zu formulieren und zu verfolgen, bei denen Motivation nicht zum limitierenden Faktor wird.

Ich bin gespannt und sag für den Moment. Recht herzlichen Dank für deine Aufmerksamkeit und dein unersättliches Interesse mit diesem Podcast etwas für dein Projekt zu lernen, mitzunehmen und zu brillieren.

In diesem Sinne, viel Erfolg, viel Spaß und reichlich Energie auf dem Weg dahin, dir und deinem Team, und auf zur Brillanz.


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