CS_Podcast II) Nachgehakt: Gute Beziehungen, der Katalysator für dein Projekt

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II) Nachgehakt: Gute Beziehungen, der Katalysator für dein Projekt

In dieser Folge dreht sich alles um das Thema gute Beziehung und wie dein Projekt davon profitieren wird. Solltest du das neue Format „Nachgehakt“ noch nicht kennen, hier beantworte ich stets Fragen aus der Hörerschaft (gerne auch von dir, wenn du magst) zu meinen regulären Podcast-Folgen. Sozusagen als ergänzende Vertiefung.

Hechtsprung rein in das Thema Beziehungen

Hechtsprung rein in das Thema dieser Folge. Wir sind immer noch in der Vertiefung der Folge #28. Da ging es unter anderem um das Magische Dreieck im Projektmanagement aus Kosten, Zeitung und Qualität, welches ich ja ganz frech um eine vierte Dimension erweitert habe, den Team Spirit.

In der 1. Folge „Nachgehakt“ haben wir uns angesehen, wie man diesen Team Spirit auch messen kann. Doch warum und vor allem wie genau, das ist jetzt die Frage, profitieren du und dein gesamtes Projektteam von gutem Team Spirit? Wie erziehst du damit bessere Ergebnisse in deinem Projekt?

In dieser Folge reflektieren wir genau zu dieser Kernfrage: Was hast du jetzt von einem besseren Team Spirit – warum solltest du in diesen investieren?

Passenderweise habe ich zu diesem Thema erst kürzlich eine Key Note Speech gehalten. Ich durfte die Projektmanagement Tagung 2021 eröffnen und habe in dieser Eröffnung vom Wert guter Beziehung in Projekten gesprochen. Einen Auszug daraus in Form von sieben Gründen, warum dein Projekt ganz konkret von guten Beziehung profitiert, habe ich dir daraus mitgebracht.

Gute Beziehungen fördern Resilienz

Zum einen stiften gute Beziehung Sinn in der Arbeit. Und Sinnstiftung machen dich und dein Team resilient. Wenn dir der Begriff Resilienz jetzt nicht auf Anhieb etwas sagt, dann übersetzen wir das gemeinsam gerne mal einfach als seelisches Immunsystem. Das lässt schon erkennen, dass das mehr als nur ein Schlagwort und Trend-Thema ist. Sondern ein super wertvolles Skill. Gerade in stressigen Zeiten, wenn du unter großem Druck stehst oder in Phasen in deinem Projekt, in denen es einfach mal nicht so läuft. Wenn du an diesen Tagen nicht gleich den Teufel an die Wand machst, dann ist das Resilienz. Deine Rückstellkraft, um auch aus schlechten Zeiten wieder herauszukommen. Dich selber aus dem Schlamassel zu ziehen. Gute Beziehung fördern diese Form der Resilienz durch die Sinnstiftung.

Gute Beziehungen fördern die Motivation

Darüber hinaus fördern gute Beziehung auch die Motivation. Wie wichtig der Faktor Motivation ist, hält uns beispielsweise das Agile Manifest vor Augen. Dort heißt es „Build projects around motivated individuals“. Also baue dein Projekt um motivierte Personen drum herum auf. Das gute Beziehungen da einen Unterschied machen können, wird sehr deutlich in Projekten, deren Inhalte jetzt nicht so unbedingt kicken. Nehmen wir mal z.B. die DSGVO Richtlinien. Wenn du damit beauftragt wurdest die Unternehmen umzusetzen und zu integrieren, dann ist das jetzt nicht so ein geniales Projekt, wie ein neues Innovations- oder tolles Produktentwicklungs-Projekt. Gute Beziehung, ein tolles Team, können dir dann da ein echter Anker und die nötige Motivation sein. Dann weißt du auch, wofür du das Projekt managst und deine Zeit und Energie investierst.

Gute Beziehungen fördern Vertrauen

Gute Beziehung fördern auch das gegenseitige Vertrauen. Über Vertrauen haben wir uns beide in der Folge #18 ausführlicher unterhalten. Wenn du die schon kennst, dann weißt du, dass ein sehr ausgeprägtes Maß an selbst Orientierung Vertrauen zunichte macht. Oder wir drehen es mal andersherum: Wenn dein Interesse auch dem Interesse der Gemeinschaft des Teams und des Gesamtprojekt gilt, du also nicht nur dich und deine Interessen in den Mittelpunkt stellst, sondern die der anderen Stakeholder aktiv berücksichtigst, darauf eingehst. Dann stärkt das das Vertrauen untereinander. Und wenn ihr einander vertraut dann managt sich das Projekt für dich sehr viel einfacher.

Gute Beziehungen fördern Feedback

Zudem, und das ist schon der vierte Punkt, den ich dir mitgebracht habe, fördern gute Beziehung die Bereitschaft zu offenem Feedback. Offenheit, solltest du dich mit Scrum schon mal detaillierte beschäftigt haben, weißt du, ist einer von vier Grundwerten im Scrum. Das zeigt sehr schön den Stellenwert von Offenheit der Stakeholder untereinander im Projekt. Warum ist das so? Durch diese Offenheit, durch den offenen Austausch, durch die Nähe die dadurch entsteht, lernen wir, entwickeln uns weiter, können wir die Qualität unserer Projektergebnisse stetig verbessern und den Wert unserer Arbeit steigern. Das heißt, wenn du einen offenen Umgang mit deinen Teammitgliedern und mit den Stakeholdern im Projekt pflegst, kannst auch du dich selbst und das Projekt positiv weiterentwickeln.

Gute Beziehungen fördern „fail fast, learn fast“

Und dieser offene Umgang mit Feedback wiederum steigert dann auch die Toleranz überhaupt Fehler zu machen, machen zu dürfen, sich das zu erlauben. Du kennst sicherlich den Ausspruch „fail fast, learn fast“. Also scheitere schnell, lerne schnell daraus. Das bleibt dann nicht nur eine leere Worthülse, sondern ist viel realistischer viel selbstverständlicher, dass es dir damit in deinem Projekt gelingt auch eine echte Fehler- oder Irrtum-Kultur zu etablieren. Und dann spielst du in meinen Augen in der ersten Liga mit. Das ist eine absolut hohe Kunst und darüber hinaus auch ein super Trend-Thema im modernen Projektmanagement. Nehmen wir nur mal das agile Frameworks Lean Startup. Da wird sogar der Begriff Produktivität neu definiert. Und gleichgesetzt mit „speed of learning“, also deine Geschwindigkeit eure Geschwindigkeit im Projekt dazuzulernen.

Gute Beziehungen erlauben mehr Transparenz

Und daran schließt sich auch der vorletzte Punkt an, den ich dir mitgebracht habe. Wir sind dann, durch die guten Beziehung und den offenen Umgang mit Fehlern bereit, Dinge auf dem Prüfstand zu stellen. Das wird dir dann mit sehr viel mehr Leichtigkeit und Souveränität gelingen. Und zwar für die Arbeitsergebnisse, eure Arbeitsweisen (wie ihr miteinander zusammenarbeitet) und auch für deinen eigenen Führungsstil. Und dass das nicht nur so dahergesagt ist, sehen wir wieder im Scrum. Dort gibt es drei Grundpfeiler. Und zwei davon heißen „Inspektion“ und „Transparenz“. Und dieses Auf-dem-Prüfstand-stellen ist ja im Kern auch das Wesen der Agilität. Agilität bedeutet auf dem Punkt gebracht ja Anpassungsfähigkeit. Und wie soll das gelingen, wenn ihr nichts auf dem Prüfstand stellt, nichts hinterfragt. Und diesem Prinzip folgen wir nicht nur in agilen Projekten, sondern auch im klassischen Umfeld. Dort gibt es, und haben wir auch schon kennengelernt, den PDCA-Zyklus, mit dem du beabsichtigst regelmäßig zu planen, auszuführen, zu überprüfen und dann zu adjustieren, anzupassen. Auf die Erkenntnisse aus dem Doing zu reagieren und dann das Projekt entsprechend der neuen Gegebenheiten auszurichten. Gute Beziehung fördern also auch dieses schnelle effiziente regelmäßige und nachhaltige Sich-Einstellen-auf-Veränderung in deinem Projekt.

Gute Beziehungen fördern die Kommunikation

Und all das zusammen führt ganz sicher auch dazu, dass die guten Beziehungen eure Kommunikation verbessern. Und da erzähle ich dir nichts Neues: Die meisten Statistiken, die auswerten, warum Projekte scheitern, weisen als Grund Nummer ein die „mangelhafte Kommunikation“ aus. Dein Projekt, deine Arbeitsergebnisse, deiner Reputation wird also auch hier von guten Beziehung zum Team, zu allen Stakeholdern im Projekt, ganz grundsätzlich profitieren.

Wie du an diesen sieben beispielhaften Aspekten erkennst, sind gute Beziehung also ein echter Katalysator für dein Projekt. Und zwar auf ganz vielen Ebenen. Diese vierte Dimension, die ich dir magischen Dreieck hinzugefügt habe, ist also nicht nur nice-to-have. Ist also nicht nur die B-Note. Sondern in ganz essentieller Teil, um im Projekt zu brillieren.

In der nächsten Folge wird es wie angekündigten um die Earned Value Analyse gehen. Und bis dahin wünsche ich dir ganz viel Spaß beim Beziehungsaufbau und der Beziehungspflege.

Und damit verabschiede ich mich mit den Worten, wie gewohnt: Auf zur Brillanz!


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