Ja-Aber im Projekt begegnen: Die 5 Endgegner-Argumente souverän meistern

Mehr Buy-in und ab in die Desire Zone:

So gehst du mit „Ja-Aber“-Argumenten um!

Den Satz kennen wir alle: „Ja aber ...“ Und dann folgen die Endgegner-Argumente. Wie du ihnen begegnest, darum geht es heute.

[6 Minuten Lesezeit]


Worauf bis du so allergisch?

Vielleicht ja Nüsse, Kernobst, Hausstaub, Sellerie oder Rotwein ... Und in der Arbeit?

Und im Kontext Projekt/Zusammenarbeit? Worauf reagierst du allergisch?

Bei mir ist es auf jeden Fall die Wort-Kombination „Ja-Aber“.

Ich empfinde es als wenig wertschätzend, weil ein Ja-Aber alles, was davor gesagt wurde, irgendwie pauschal verneint. Wo die Verneinung ja zugegeben vor allem noch mein Empfinden und daher mein Problem ist, sind die üblichen 5 Argumente, die nach einem Ja-Aber aufgeführt werden, absolute Endgegner.

Nicht meine Endgegner, wohlgemerkt. Sondern die meines/meiner Gegenüber. Doch ganz sicher ein Kraftakt für alle Beteiligten.

Die 5 Endgegner nach einem „Ja-Aber“

Starten wir direkt rein in die Liste der 5 Endgegnern nach einem „Ja-Aber“:

Ich zähle sie erstmal auf. Weiter unten teile ich dann mit dir, wie ich ihnen versuche zu begegnen.

  1. Die Grundsatzdiskussion
    Es wird grundsätzlich infrage gestellt, dass das Besprochene überhaupt relevant, gültig oder nützlich ist. Kennst du sicher: Dann entsteht immer so ein Other-World-Feeling und man fragt sich „Wie kommt es, dass wir das Thema so unterschiedlich betrachten? War nicht alles klar?“
    Mühsam ist, dass ihr jetzt ganz oft nochmal richtig weit ausholen und alles zum wiederholten Mal einordnen müsst.

  2. Die Edge Cases
    „Geht nicht weil“, ist der Endgegner #2. Nun werden die absoluten Sonderfälle und seltenen Ausnahmen ausgepackt. Die dienen dann wahlweise als Argument oder Ausrede, warum was nicht geht oder angegangen werden kann. Das Thema droht zum Rohrkrepierer zu werden. Weil das 1 % (Sonderfall) den 99 % (Regelfall) entgegensteht. Unverhältnismäßig, ja. Doch die hitzigen, leidenschaftlichen Diskussionen um die 1 % kennst du sicher.

  3. Die Anderen
    Besonders gravierend ist Endgegner #3: Es sind stets die Einflüsse von und vor allem die Abhängigkeiten zu anderen, warum man selbst nicht kann. DIE sind Schuld! Ich würde ja, doch wenn DIE nicht ... Affektives, also reflexhaftes „Blame Shifting“ wirkt auf mich wie eine Mischung aus Ohnmacht, mangelndem Selbstbewusstsein, selbstverschuldeter Unmündigkeit bis hin zur Opferhaltung. Die Challenge: Eine solche dysfunktionale Grundhaltung, die löst du nicht mal eben mit einem einzigen Gespräch auf.

  4. Das Selbstbild
    Sätze wie „So sind wir halt“ oder „Das passt nicht zu uns“ gehen noch ein Stück tiefer. Unternehmenskultur, Branche, Historie werden gerne als Prinzipien- bzw. Identitätskarte gespielt. Hier diskutierst du dann nicht mehr über die Sache, sondern über ein Selbstbild. Und das lässt sich nicht wegargumentieren. So sind/ticken wir nicht, ist kein rationales Argument und braucht ganz viel Fingerspitzengefühl.

  5. Keine Zeit
    Was soll ich sagen, Endgegner #5 ist die Universal-Begründung für fehlende Balance im Leben. „Keine Zeit“ heißt, dein Gegenüber hat Druck, sucht nach Fokus, struggelt mit Abgrenzung, hat wahrscheinlich die Verbindung zu sich verloren, braucht Hilfe ... und unterliegt gleichzeitig der Illusion, mehr Zeit wäre die Lösung. Sie ist bequem, denn mehr Zeit gibt es faktisch nicht. Die perfekte Ausrede, nichts hinterfragen zu müssen, weil es ja nicht gehen kann. Einmal tief durchatmen: Vor dir steht eine echte Entwicklungsaufgabe!

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Herangehensweisen und Tipps, wie du mit den 4 Endgegnern nach dem „Ja-Aber“ umgehst:

  1. Grundsatzdiskussionen
    begegne ich mit einem Mix aus den 4 Ebenen der Überzeugung und dem gemeinsamen Suchen nach Bedeutung. Denn ein eindeutiges Signal einer Grundsatzdiskussion ist, dass dein Gegenüber noch keinen individuellen Connect zum Thema gefunden hat. Du könntest auch sagen, der Sinn entzieht sich ihm und ihr. Und der kann auf mehreren Ebenen liegen. Am Ende führt er stets zur Bedeutung für die Person. Ich habe dir in diesem Absatz mal ein paar Blogartikel zum Thema verlinkt, lies gerne weiter.

  2. Edge Cases
    benötigen den Realitätscheck. Wie häufig treten sie wirklich ein? Muss eine Regel wirklich jeden Fall abdecken? Ist eine gewisse Auslegung von Regeln nicht sogar erwünscht? Braucht es nicht sogar flexible Spielräume, in denen von Regeln bewusst abgewichen wird? Natürlich ist sowas die hohe Kunst: sich auch außerhalb des Regelwerks souverän bewegen zu können. Doch Fakt ist: Ohne eine zugrundeliegende Vorgabe für den Regelfall, fehlt die Referenz als Orientierung und Bezugspunkt. Dann ist alles Freestyle. Und das ist weder effizient, noch professionell, weil Qualität nicht zuverlässig garantiert werden kann.

  3. Die Anderen
    ... ja, da singt bei mir das Grease Musical in „You are the one I want“ die Zeile "you better shape up". Man muss nicht alles können und sein, um es zu werden und in der Zukunft zu beherrschen. Ich vertrete das Grundprinzip „Haltung als Handlung“. Wenn also andere eine Rolle spielen, dann beziehen wir sie eben ein. Doch nicht, ohne den Blick in den Spiegel geworfen zu haben und zu fragen „Was habe ich in meinen eigenen Händen?“ und „Und wie kann ich auf die anderen Einfluss nehmen, damit ich realisieren kann, was ich mir vorgenommen habe?“ In der Resilienz-Theorie heißt das: Selbstverantwortung zu übernehmen. Im wahren Leben heißt das: Wem du die Schuld gibst, dem gibst du die Macht. Und willst du die wirklich abgeben?

  4. Das Selbstbild
    ... um das zu beeinflussen, ist zuvor nötig, es erstmal anzuerkennen. Es hat sich aus einem guten Grund geformt. Es kommt mit Vorteilen oder Privilegien. Jetzt ist die entscheidende Frage, die nach dem Fit. Ich sage immer „make it yours“. Statt also das Thema deshalb grundsätzlich infrage zu stellen, fordere ich auf oder lade zu Gedankenexperimenten ein, passende Wege zu finden. Und dabei gerne den Blick zu heben. Wie machen es andere? Worauf sind wir neidisch und hätten es auch gerne? Und dann: Spielen, Ausprobieren, in die Erfahrung gehen und die Identität bereichern, nicht umkrempeln. Anschlussfähigkeit herstellen ist hier die Devise.

  5. Keine Zeit  
    und die ist wie bereits gesagt eine Entwicklungsaufgabe. So wie manche an ihrem Money-Mindset arbeiten, kann man auch am eigenen Zeit- und Selbstmanagement arbeiten. Und wer anders kann das Dilemma auch nicht lösen. Denn wir alle haben gleich viel Zeit. Und manche bekommen in den 24h/Tag tatsächlich etwas Besonderes und Herausragendes hin.
    Steve Jobs sagte mal: „Schau dich um und du wirst anerkennen müssen, dass die meisten Dinge jemand erfunden hat, der/die weniger IQ hat als du.“ Will sagen: Nutz deine Intelligenz (und gerne auch den Frust), um dich da weiterzuentwickeln, werde dir deiner Wünsche, Ziele und Träume bewusst, und dann: Fokus Baby!

Wie du dich und andere je Endgegner in die Desire Zone bekommst 

Dabei helfe ich dir übrigens im Fitness-Studio für Projektleitende. Letzten Monat hatten wir erst eine Challenge zum Zeitfinden mithilfe meines Zeitsparer- und Produktivitäts-Tools. Sowas willst du eigentlich nicht verpassen.

Für mehr Sinn, mehr Motivation, mehr Balance, mehr Brillanz. Von mir aus auch mehr Karriere, es sind ja deine Ziele. Ich begleite dich auf dem Weg dahin..

Fragen und Antworten zum Thema „Ja-Aber“:

Warum sagen Menschen im Projekt so oft „Ja, aber“?
Weil „Ja-Aber“ häufig ein Ausdruck von Unsicherheit, unklarer Bedeutung oder innerem Widerstand ist. Doch wie du im Artikel liest: „Ja-Aber“ ist nicht zwingend ein Zeichen von Ablehnung. Und in jedem Fall ist es Feedback und Energie mit der du arbeiten kannst.

Was steckt hinter Grundsatzdiskussionen?
Meist fehlt der persönliche Bezug zum oder die individuelle Bedeutung des Themas. Ohne Relevanz entsteht kein Commitment. Gerne wird auch mal die sachlich-fachliche Einordnung zu kurz gehalten und der Sinn und Zweck bleibt unklar. Damit geht dann auch die Vorstellungskraft vom Ergebnis oder der Mach.- und Lesitbarkeit verloren.

Wie gehe ich mit Edge-Case-Argumenten um?
Durch einen Realitätscheck: Wie häufig tritt der Sonderfall wirklich ein? Darf ein 1-Prozent-Fall die 99 Prozent blockieren?

Was bedeutet „Blame Shifting“ im Projekt?
Die Verantwortung wird auf „die Anderen“ verschoben. Das wirkt kurzfristig entlastend, schwächt jedoch die eigene Handlungsmacht. Und befreit auch nicht vom Mitdenken.

Warum ist „Keine Zeit“ oft ein Scheinargument?
Weil es selten um Zeit geht, sondern um Prioritäten, Fokus, Klarheit oder fehlende Selbstführung.

Wie bringe ich Menschen aus dem Widerstand in die Desire Zone?
Indem Bedeutung hergestellt wird. Wenn etwas tangiert, emotional berührt oder individuell relevant wird, entsteht Energie statt Abwehr. Wenn diese Energie auf Skills trifft, bähm, dann bist du in deiner Desire Zone. Mehr dazu erfahren.

💡 Mein Tipp für dich

Höre hinter das „Ja-Aber“.
Reagiere nicht auf die Oberfläche des Arguments, sondern frage dich:

  • Fehlt Bedeutung? 
  • Fehlt Selbstverantwortung?
  • Wird Identität verteidigt?
  • Gibt es einen Interessenskonflikt?

  • Oder steckt Überforderung dahinter?

Wenn du die Ebene erkennst, auf der das Argument entsteht, kannst du gezielt intervenieren und damit Endlosdiskussionen vermeiden.

Du hast noch Fragen, einen Spezialfall vorliegen oder möchtest dich mit mir austauschen? Keine falsche Scheu, klick gerne in meinen Kalender rein und vereinbar einen kostenlosen Ersttermin mit mir. Oder schreib mir eine Mail an chris(at)pm-botschaft.com.

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