Retro ohne Moderationsaufwand, Whiteboard oder Tools. Natürlich und intuitiv.
Wie reflektiere ich Zusammenarbeit im Projektalltag?

Macht ihr in euren Projekten eigentlich Retros?
Die Antwort eines Kunden die Woche war eindeutig: „Ja, allerdings gedanklich, auf dem Heimweg im Auto. Aber formell, dafür fehlt wahrlich die Zeit. Und sicher klebe ich keine Punkte.“
Fair Point. Und er ist damit nicht allein. Insbesondere, wenn nicht nach SCRUM gearbeitet wird, sind formelle Retrospektiven im laufenden Projekt kein Thema. Und selbst bei SCRUM-Teams fällt die Retro als allererstes weg, wenn die Zeit eng wird.
Retros: Viel zu unpragmatisch?
Meine Antwort ist da eindeutig: Ja, in den meisten Fällen schon.
Schlimmer noch: Viel zu künstlich! An den wahren Problemen und Herausforderungen vorbei. Oft viel zu oberflächlich. Oder zu wenig ehrlich. Zu analytisch. Zu rational.
Dabei geht es um die Zusammenarbeit und das WIE gearbeitet wird. Dazu soll reflektiert werden. Und das ist in Wahrheit hoch emotional. Und oft voller Widersprüche, unbearbeiteter Spannungen und Konflikte.
Doch wie gelangt man zu den tiefer liegenden, inneren Wahrheiten? Wie gelingt es dir, deutlich mehr Akzeptanz für Retros zu erzeugen? Ohne den ganzen Speck und das Schaumschlagen drumherum?
Mein Mittel der Wahl: Die 5-Finger Retro.

Die Vorteile der 5-Finger-Retro:
- Sie ist super schnell gemacht.
- Sie braucht keinen Ort, nur dich und/oder die anderen.
- Sie fokussiert sich auf das Wesentliche.
- Sie lässt auch den Erfolgsfaktor Nr. 1, die „Beziehungsebene“, nicht aus.
- Alle arbeiten mit Hirn und Hand und berühren damit meist sogar das Herz.
We're in this together! Geballtes Wissen, locker und humorvoll verpackt, 1 x die Woche, ohne erhobenen Zeigefinger: Das Beste aus meinen persönlichen Erlebnissen, verbunden mit praktischen Projekt-Tipps bekommst du in meinem persönlichen Newsletter. Ganz einfach jetzt anmelden und jede Woche Projektmanagement-Botschaft-News erhalten.
Emotionen in Retrospektiven berücksichtigen: „Das Herz berühren?“ Wie meine ich den 5ten Punkt?
Probier es gerne direkt mal aus. Nimm eines deiner aktuellen Projekte. Tu so, als würdest du die Retro mit mir machen und zu mir sprechen.
- Berühr mit der einen Hand den Daumen der anderen Hand, als würdest du etwas aufzählen wollen.
- Sprich laut aus, was super war, als würde ich dir gegenüber sitzen.
- Geh zum nächsten Finger und berühr auch den. Sprich wieder laut aus, worauf du hinweisen möchtest.
- So gehst du von Finger zu Finger. Berühr ihn. Sprich es wirklich aus.
Was du spüren wirst, ist dass deine Berührung etwas bewirkt. Es ist anders als bloßes Theoretisieren. Es fühlt sich anders an, als eine Tabelle online im Whiteboard zu befüllen. Sogar anders als mit nem Stift einen Zettel zu beschriften und an die Pinnwand zu kleben.
Denn durch die Berührung deiner Finger, berührst du auch dein Inneres. Du verbindest dich mit dir selbst. Du bist intuitiver in deinen Antworten. Weniger verkopft. Berücksichtigst eher Gefühle als nur Gedanken. Gehst tiefer in dich. Sprichst die größeren Wahrheiten aus. An die du ad-hoc so mitunter nicht als Erstes gedacht hättest. Weil du's spüren kannst.
Ja und wenn du dann jeweils noch überlegst, was du daraus ableiten kannst, dann entsteht ein ganz anderes Level an Bedeutung. Das sitzt! Gerade weil es aus dem tieferen Inneren kommt. Was du dir dann vornimmst, vertrittst du mit einem ganz anderen Commitment an dich selbst.
Das ist die Magie der 5-Finger-Methode.
Simpel, direkt anwendbar, schnell, pragmatisch, wahrhaftig. Viel Freude beim Ausprobieren. Erstmal du selbst. Und wenn du es fühlst, dann gerne auch mit deinem Team. Sie werden dir danken, dass du so verantwortungsvoll und wirksam mit ihrer Zeit umgehst.
Mehr so Tipps und Tricks, Hacks und Twists ...
... bekommen die Mitglieder im Fitness-Studio für Projektleitende regelmäßig. Und zwar passend zu ihrer Situation und Herausforderung. Weil die Mitglieder einen ganz anderen Draht zu mir und den Wegbegleiter:innen aufbauen. Viel enger. Viel direkter. Viel verbindlicher.
Interessiert? Schnupper mal rein.
Ohne Sternchen. Ohne Hintertür. Ehrlich. Echt. Auf Augenhöhe.
Tipp/Ergänzung von Jutta aus der Community:
Wir haben die 5-Finger-Retro im Einsatz und um die Handfläche, also einen sechsten Punkt mit „Was liegt auf der Hand?“ ergänzt: Da kommen i.d.R. Komplimente, Beobachtungen der Wertschätzung und Stärken anderer. Oft scheinbar Offensichtliches, dass jedoch gerade deshalb im Arbeitsalltag zu wenig Erwähnung findet und nicht explizit gemacht wird. Das zu Artikulieren und zu hören, geht runter wie Öl und ist extrem ressourcenstärkend. Super tolle Methode, ich liebe sie.
Fragen und Antworten zur Retrospektive und der 5-Finger-Retro-Methode:
Was ist die 5-Finger-Retro?
Eine einfache Retrospektiv-Methode, in der die Reflexion über Berührung, Sprache und Körperwahrnehmung erfolgt ... statt über Tools, Post-its oder lange Diskussionen.
Für welche Projekte eignet sich die 5-Finger-Retro?
Für alle Projekte. Egal ob agil, klassisch oder hybrid. Besonders dort, wo wenig Zeit ist oder formelle Retros keinen Anklang finden.
Warum funktioniert die Methode ohne Post-its und Whiteboards?
Weil sie nicht auf Dokumentation, sondern auf innere Klarheit, Wahrnehmung und echte Bedeutung abzielt. Das Entscheidende passiert im Menschen, nicht im Tool.
Was ist der Unterschied zu klassischen Retrospektiven?
Die 5-Finger-Retro ist weniger analytisch, weniger künstlich und deutlich emotionaler. Sie ist natürlich und intuitiv, berührt gleichfalls die sachliche, wie die Beziehungsebene und damit den Kern der Zusammenarbeit.
Kann ich die Methode auch alleine nutzen?
Ja. Sie eignet sich hervorragend zur Selbstreflexion von Projektleiter:innen, z. B. nach Meetings, Präsentationen, Projektphasen oder intensiven Wochen.
Warum steigert die Methode das Commitment?
Weil Erkenntnisse nicht „gedacht“, sondern gespürt werden. Was aus dem Inneren kommt, wird ernst genommen und umgesetzt.
💡 Mein Tipp für dich
Mach die 5-Finger-Retro zur Gewohnheit statt zum Event.
Nutze sie regelmäßig für dich selbst, z. B. freitags oder nach kritischen Situationen.
Wenn du spürst, dass sie für dich wirkt, dann bring sie ins Team.
So bleibt Retrospektive das, was sie sein soll: wirksam statt aufwendig.
Du hast noch Fragen, einen Spezialfall vorliegen oder möchtest dich mit mir austauschen? Keine falsche Scheu, klick gerne in meinen Kalender rein und vereinbar einen kostenlosen Ersttermin mit mir. Oder schreib mir eine Mail an chris(at)pm-botschaft.com.



