Positives Ping-Pong: So verbesserst du die Stimmung im Meeting

Mitverantwortung für die Stimmung: Warum schon der Start in den Video-Call zählt

Heute geht es um deine Mitverantwortung für die Stimmung in Meetings (Podcast-Episode: „Projekt-Meetings leiten und moderieren“). Zu oft begeben wir uns in unserem Kulturkreis ins Jammern. Zu selten ins Mitreißen und Betonen der schönen, besonderen Momente.

Vier Selfies von Chris mit unterschiedlichen Gesichtsausdrücken: lachend, überrascht, skeptisch und erstaunt

 

Wie startest du eigentlich in einen Video-Call?

 

Wahrscheinlich mit etwas Smalltalk. Oft auf die Frage hin, wie es denn geht.

 

Meeting-Start im Video-Call: Wenn alle zuerst über den stressigen Morgen klagen

Soweit normal. Normal auch, was mir diese Woche passiert ist. Es ist Mittwochvormittag, 9:30 Uhr und auch dieses Online-Meeting (Blogartikel: „Meeting-Menü statt Standardagenda: So gestaltest du wirksame Meetings“) startet erstmal nicht weiter ungewöhnlich. Doch mir fällt etwas auf:

 

Sowohl mein Kunde als auch ich klagen eher darüber, dass der Morgen etwas stressig war bis hierher.

 

Nicht wegen Arbeitsterminen, nein. Sondern der ganz normale Wahnsinn namens Leben: Mein Kunde hatte schlecht geschlafen. Ich kam später als sonst vom Bringen meines Sohnes in den Waldkindergarten zurück.

 

Gleichzeitig hatte ich jedoch bereits vor dem Termin eine Sprachnachricht an einen Freund geschickt. Und darin war ich durchaus positiv. Vielleicht sogar mitreißend und voller Elan. Warum also, fragte ich mich, schickt es sich jetzt plötzlich für mich, dass ich auf die Frage, wie es mir geht, das eher Negative auspacke und betone?

 

Also habe ich das Steuerrad um 180 Grad gedreht: Der Start ins positive Ping-Pong

Und mich und meinen Kunden aufgefordert, auch etwas Positives vom heutigen Morgen zu erzählen, und selbst direkt den Anfang gemacht.

 

Im Gegenzug fielen meinem Kunden sogar gleich zwei positive Dinge ein. Die zweite Sache nicht mal bewusst. Und genau diese Sache hatte mich sogar an eine glorreiche Idee erinnert, die ich in der Früh beim Zähneputzen hatte.

 

Also habe ich wieder übernommen. Und ehe wir uns versahen, hatten wir ein wohltuendes, positives Ping-Pong am Gange, lachten sogar und waren voll guter Dinge.

 

Und daran haben wir dann unser eigentliches Coaching-Gespräch angeschlossen.

 

Was ich daraus gelernt habe: Raus aus dem Negativitäts-Brei

In Gesprächen tragen wir Mitverantwortung nicht nur für die inhaltliche Seite, sondern auch für die Stimmung und Gemütslage des Gegenübers. Wir können uns im (sorry) typisch deutschen Negativitäts-Brei verlieren oder teilen, was uns Witziges, Schönes, Angenehmes, Spannendes, Interessantes, Lehrreiches passiert ist.

 

Nicht …

    • was nicht so ideal lief

    • und was nicht perfekt war

    • oder wieder mal nicht geklappt hat

Denn mal Hand aufs Herz: Was läuft schon perfekt? Und ideal, das ist halt so eine Vorstellung, der wir uns eh immer nur annähern können.

 

Leider gehen in unserem Streben, das perfekte Ergebnis zu erzielen und das ideale Erlebnis zu schaffen, die unerwarteten, überraschend positiven Momente leicht verloren. Schnell geht unter, was das Leben eigentlich lebenswert macht. Allzu schnell geht verloren, welche Anlässe uns zum Schmunzeln brachten.

 

Daher ein Wunsch an dich: Schöne Momente bewusst teilen

Statt zu verkrampfen und zu erzwingen, lass öfter mal los, von den negativen Erfahrungen, und klammer dich einen Augenblick länger am Schönen fest. Um es dann mit anderen zu teilen und sie zu inspirieren, auch zu teilen, was wiederum ihnen Tolles widerfahren ist.

 

Ein bisschen weniger Fokus auf das, was du jetzt tun willst, und ein bisschen mehr Hineinhören, auf das was du jetzt brauchst. Ein bisschen mehr Erinnern und Bewusstmachen, was dir über den Tag Freude bereitet.

 

Statt starrem Funktionieren, Abarbeiten, Abliefern, Produzieren, Performen, Effizienz, Produktivität, Pflichterfüllung … ein wenig mehr lockere, positive Energiearbeit. Und damit emotionaler Support, dass auch andere sich der schönen Dinge im Leben mehr erfreuen können.

 

Ich habe jetzt auf jeden Fall einen Sticker am Bildschirm, der mich an positives Ping-Pong erinnert, und gehe ab sofort mit gutem Beispiel und 3 Minuten positivem Ping-Pong in meine künftigen Video-Calls. Alle erzählen kurz was Schönes und alle beobachten, was das verändert.

 

Das macht deine/eure/unsere Probleme nicht kleiner, doch schafft mitunter die Energie, um sie zu lösen.

 

Häufig gestellte Fragen zu positivem Ping-Pong im Meeting

 

Was ist positives Ping-Pong im Video-Call? Zu Beginn erzählen alle kurz, was ihnen Schönes, Witziges oder Angenehmes passiert ist. Erst danach geht es in den eigentlichen Inhalt des Gesprächs.

 

Warum trage ich Mitverantwortung für die Stimmung im Meeting? Weil wir in Gesprächen nicht nur für die inhaltliche Seite verantwortlich sind, sondern auch für Stimmung und Gemütslage des Gegenübers.

 

Wie lange sollte positives Ping-Pong dauern? In diesem Beispiel reichen 3 Minuten zu Beginn des Calls. Das genügt, um die Stimmung zu drehen, ohne die Agenda zu gefährden.

 

Ist das nicht zu positiv, wenn es im Projekt gerade brennt? Positives Ping-Pong macht Probleme nicht kleiner. Es schafft aber mitunter die Energie, sie zu lösen.

 

Wie fange ich an, wenn ich das Meeting nicht leite? Mach den ersten Schritt selbst: Antworte auf die Frage, wie es dir geht, mit etwas Positivem vom heutigen Morgen und lade dein Gegenüber ein, dasselbe zu tun.

 

💡 Mein Tipp für dich

Starte deinen nächsten Video-Call mit der Frage: „Was war heute Morgen schön?“ Beantworte sie zuerst selbst, begrenze die Runde auf 3 Minuten und beobachte, wie sich die Stimmung im anschließenden Gespräch verändert. Ein kleiner Sticker am Bildschirm hilft, es nicht zu vergessen.

 

Und vergiss nie: Du kannst jederzeit deine verrückten Ideen umsetzen! In deinen Projekten und darüber hinaus.

Auf zur Brillanz ✨ (Podcast-Folge: „Auf zur Brillanz!“)
Chris

 

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